Meine Kameraeinstellungen

Jeder routinierte Fotograf nimmt an seiner Kamera individuelle Einstellungen vor. Das hat mehrere Gründe: Man will schneller, ergonomischer und genauer fotografieren können, möchte seinen individuellen Workflow unterstützen und nicht zuletzt sollte man, hat man das Glück, mehrere Kameras zu besitzen, mit jeder intuitiv arbeiten können. Moderne Kameras haben so viele Möglichkeiten, dass man nicht lang überlegen sollte, welche Funktion wo abzurufen ist. Ob die einzelnen Einstellungen für jeden Fotografen Sinn machen, soll hier nicht diskutiert werden, es ist einfach ein Teilen meiner Erfahrungen und womöglich eine Anregung, über die eigene Kameranutzung nachzudenken.

Meine Nikon D750 arbeitet mit folgenden Grundeinstellungen:

  • Alle Signaltöne sind ausgeschaltet.
  • Der Fokus steht auf Punkt, diesen verschiebe ich mit dem Drehrad und umlaufend. Mit OK landet der Fokuspunkt in der Mitte.
  • Der Fokuspunkt ist auch meist (fast immer) der Punkt, an dem ich die Belichtung wähle. (Ich konzentriere mich immer auf die Helligkeit im Bild, die muss im Endeffekt noch Details zeigen und darf nicht ausbrennen. Die dunklen Stellen machen weniger bis gar keine Probleme.)
  • Ich fokussiere nicht mit dem Auslöser, sondern mit der AE-L/AF-L-Taste. Man nennt das Backbutton Focus und es ist genial. Man ist nicht nur signifikant schneller, sondern auch sicherer bei bewegten Motiven: einfach den Daumen auf dem Knopf lassen. Schwenkt man und fokussiert mit dem Auslöser, dauert es nicht nur viel länger, bis der Fokus wieder sitzt, man kann die kleine Differenz zwischen Fokussierung und Auslösung im Eifer des Gefechts auch schlecht dosieren.
  • Auch die gewählte Fokusart ist für schnelle Objekte wichtig. Die Nachführung mit AF-C kann aber auch dann aktiv bleiben, wenn man Stillleben fotografiert.  Der Stromverbrauch fällt meiner Erfahrung nach nicht wirklich ins Gewicht.
  • Manuell fokussiere ich ausschließlich dann, wenn der Autofokus die zuverlässige Mitarbeit verweigert, etwa bei Macros oder wenn es zu dunkel ist. Dann arbeite ich mit Stativ und Liveview in der 100 Prozent-Ansicht. Diese erreiche ich über die OK-Taste.
  • Den Autofokus schalte ich ausschließlich an der Kamera aus (vorne links das kleine Hebelchen), damit weiß ich immer, wo ich schauen muss. Außerdem verstellt sich dieser Hebel nicht so leicht wie der Schalter an den Objektiven. Tamron ist da ein echtes Ärgernis …
  • Mein Autofokus arbeitet mit Schärfepriorität. Ohne den gewählten Punkt als scharf erkannt zu haben, löst die Kamera nicht aus.
  • Auch die Auslösung verweigert meine Kamera, wenn keine SD-Karte eingelegt ist. 
  • Die erste SD-Karte wird immer mit RAW beschrieben, die zweite mit Video (ausschließlich 4K) oder mit JPG. Das entscheide ich allerdings je nach Bedarf, also Priorität vor Ort)
  • Ich fotografiere meist im Einbildmodus; nutze ich ein Stativ, aktiviere ich den Selbstauslöser mit 5-10 Sekunden Verzögerung. Meinen Fernauslöser nutze ich nur für BULB, also sehr lange und frei gewählte Belichtungszeiten.
  • ISO steht auf Automatik, wird jedoch begrenzt. Entscheide ich mich während des Fotografierens nicht anders, bleibt ISO400 das Maximum, auch wenn meine Kamera sogar fünfstellige Werte noch rauscharm bewältigt.
  • Der Weißabgleich steht stets auf Auto, ich korrigiere ihn gegebenenfalls in der Nachbearbeitung.
  • Die Bildkontrolle ist ausgeschaltet, weil sie mich ablenkt und zu viel Strom verbraucht. Zudem hält sie die Kamera davon ab, schnell wieder einsatzbereit zu sein. Will ich eine Aufnahme prüfen, drücke ich auf den Pfeil und navigiere mich dann entweder durch die technischen Details wie Histogramm und EXIF oder – in der Regel – kontrolliere die Schärfe meines gewählten Punktes sowie die Schärfentiefe und das Bokeh. Dafür habe ich mir die 100 Prozent-Ansicht auf die OK-Taste gelegt. Ein Klick genügt als, um einen Eindruck zu haben. Will ich’s ganz genau, scrolle ich mit dem Rad oder verkleinere mit den Lupentasten +/-.
  • Gelöscht wird endgültig, danach wird das nächste Bild angezeigt. Die Hochformatansicht habe ich eliminiert. 
  • Darüber hinaus habe ich mir mein Menü individuell aufgebaut, damit ich für mich wichtige Punkte rasch finde. Der virtuelle Horizont taucht dort beispielsweise ganz oben auf, damit ich nicht auf die Libelle(n) des Statives angewisen bin, wenn ich Panoramen fotografiere.

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